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Sparkasse Passau: Jahres-Interview der PNP mit Christoph Helmschrott

Im Jahres-Interview der Passauer Neuen Presse, von Wolfgang Lampelsdorfer mit Christoph Helmschrott, Vorstand der Sparkasse Passau
u.a. geht es um folgende Themen:

  • Bilanzergebnis
  • Einlagenzuwachs / Verwahrentgelt
  • Drei-Flüsse Invest / Nachhaltigkeit
  • Corona – Auswirkungen und aktuelle Corona-Politik

 

Ein Jahr Corona: Wie behauptet sich die Sparkasse?

Sehr gut, das zeigt auch die Resonanz unserer Kunden, zu denen wir in dieser Zeit die Bindungen eher noch vertiefen konnten. Dank unserer Kunden und Mitarbeiter liegt unsere Bilanzsumme bei knapp über 3,5 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 231 Millionen. Damit sind wir eine mittelgroße bayerische Sparkasse, groß genug um Investitionen in der Region aktiv zu begleiten und  individuelle Lösungen etwa beim Generationenmanagement, der Unternehmensbewertung, der Begleitung beim Unternehmensverkauf oder der Bargeldlogistik zu finden, und in der optimalen Größe, wenn es darum geht, flexibel zu sein und schnell zu entscheiden.

 

Welche Auswirkungen gab es auf die Kundeneinlagen?

Ein Plus von 130 Millionen auf nunmehr 2,7 Milliarden Euro sehen wir als Vertrauenszeichen. Klar ist aber auch, dass in der momentanen Zinssituation das Thema Einlagenzuwachs eine Herausforderung ist. Dies, obwohl auch unser Kreditgeschäft letztes Jahr mit einem Plus von 165 Millionen Euro um 7,5 Prozent zugelegt hat. Das ist für uns ein Rekordzuwachs, der auch über dem Landesdurchschnitt liegt. Kundenkredite belaufen sich auf 2,3 Milliarden Euro. Besonders positiv entwickelt hat sich das Baufinanzierungsgeschäft mit einem Zuwachs von 115 Millionen Euro. Über 900 Häuser und Wohnungen wurden 2020 von uns finanziert. Für die Sparkasse Passau war 2020 das bislang beste Maklerjahr.

 

Sie haben den Einlagenzuwachs schon angesprochen. Immer mehr Geldinstitute haben zuletzt Strafzinsen bei hohen Einlagen eingeführt.  Kommt das jetzt auch in Ihrem Haus?

Natürlich ist der Einlagenzuwachs ein großes Thema. Für uns sind die Marktzinsen negativ, für die Kunden bisher meistens bei 0 Prozent. Bei einer Inflationsrate von 1 bis 1,3 Prozent geht da jedes Jahr viel Geld verloren. Deshalb raten wir schon seit langem zu Anlagen wie Wertpapieren, Investmentfonds,  Anlagenzertifikaten, Lebens-/Rentenversicherungen, Bausparen, Immobilien. Es gibt immer etwas Besseres als Geld auf dem Girokonto oder Sparbuch. Bei hohen Einlagen auf dem Konto  werden wir an einem Verwahrentgelt nicht vorbeikommen. Momentan sprechen wir mit unseren Kunden  – gewerblich und privat – über Freibeträge von 100 000 Euro. Für Einlagen, die darüber hinausgehen, sollen 0,5 Prozent Entgelt berechnet werden. Damit sind wir im Vergleich zu anderen Banken sehr moderat unterwegs.

Wie sieht der zeitliche Rahmen aus?

Sowohl im gewerblichen  als auch im Privatbereich sprechen wir nach und nach  mit jedem Kunden, klären über das Thema auf und suchen miteinander nach passenden Anlagemöglichkeiten. Kunden müssen sich ab dem dritten Quartal auf ein Verwahrentgelt einstellen. Bei Neukunden schließt man schon jetzt entsprechende Vereinbarungen.

 

Angesichts der Zinslage versuchen ja jetzt schon immer mehr Kunden,  am boomenden Aktienmarkt teilzuhaben. Gibt es da Zahlen für Passau?

Wir konnten in diesem Jahr bereits an die 1.000 Depotneueröffnungen verzeichnen, das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Auch für unsere Sparkassen App und die S-Invest-App gibt es großes Interesse. Neu ist übrigens, dass wir perspektivisch auch Einlagen bei anderen Banken anbieten.

 

Überall wird über bürokratische Hürden und verspätete Auszahlung von Hilfsgeldern geklagt. Zurecht?

In der ersten Coronawelle  im Frühjahr  2020 haben wir ganz schnell mit unseren gewerblichen Kunden Kontakt aufgenommen und über 3000 Telefonate in knapp zwei  Monaten geführt.  Insgesamt können wir feststellen, dass für Hilfen, die über die Sparkasse laufen,  die Verfahren seitdem deutlich verbessert wurden, auch wenn es natürlich Einzelfälle gibt, in denen es noch hakt. 

 

Seit fünf Wochen bietet die Sparkasse ihr Drei-Flüsse-Invest mit Fokus auf Nachhaltigkeit an. Was waren die Beweggründe und wie ist die Resonanz?

Wir merken alle, dass das Thema  gesellschaftlich mehr Raum einnimmt. Ich spüre das in Gesprächen mit  unseren Kunden und unseren Mitarbeitern, speziell auch den jungen.  Die Sparkasse an sich ist ja schon nachhaltig: Das meiste Geld wird in der Region für die Region erwirtschaftet. Nun wollen wir auch mit den Produkten konkret in diese Richtung gehen, wobei bei Nachhaltigkeit  nicht nur Klima und Natur, sondern auch Gesellschaftliches  und Soziales eine Rolle spielen. Die Resonanz war beachtlich, inzwischen haben fast 800 Kunden in dieses neue Produkt investiert – darunter übrigens auch die Sparkasse selbst.

 

Wie beurteilen Sie die momentane Coronapolitik?

Wir diskutieren zu viel über Klein-Klein, sprechen mehr über Uhrzeiten von Kontaktbeschränkungen als über Themen, die Probleme wirklich lösen können, über Teststrategien oder  Digitalisierung. Es ist wichtig und richtig, dass Bund und Länder in bislang ungekanntem finanziellen Umfang Unternehmen, Arbeitnehmer und Familien bei der Bewältigung der Corona-Pandemie unterstützen. Aber während bei diesen Hilfsgeldern Milliarden scheinbar keine Rolle spielen, zieht sich die Finanzierung der dringend benötigten Schnelltests unnötig in die Länge. Dazu kommen eine schlechte Kommunikation und die vergebene Chance, unsere föderalen Strukturen gewinnbringend zu nutzen. Zum Problem dürfte es noch werden, dass Corona momentan  andere wichtige Themen völlig überlagert:  Klima- und Energiepolitik, Nachhaltigkeit, Elektromobilität, Demographie. Das alles wird in ein paar Monaten mit Wucht zurückkommen. Als Sparkasse haben wir uns schon vor ein paar Monaten im Mutmacher-Dialog bemüht,  den Blick auf die Zukunft, auf neue Ideen zu richten.  Und natürlich sind wir in noch engerem Kontakt mit Privatkunden,  die coronabedingt mit Einkommenseinbußen fertig werden müssen,  oder mit Unternehmen, die zwar jetzt mit  Liquiditätshilfen, Coronakrediten  und Steuerstundungen über die Runden kommen, dann aber einen hohen Liquiditätsbedarf haben, sobald die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt.

 

Die Sparkasse ist ja auch selbst als Bauherr tätig. Wie läuft der Umbau in der Ludwigstraße?

Die Räume für die Universität, die ja große Flächen anmietet, sollten im vierten Quartal fertig sein, die restlichen Flächen im ersten Halbjahr 2022. Unser Beratungszentrum erstreckt sich weiterhin über zwei Etagen, zudem entstehen im Dachgeschoss acht Mietwohnungen, hier laufen bereits erste Gespräche mit Interessenten.

 

Sparkasse Passau Vorstand im PNP-Interview

erschienen in der PNP am 3. April 2021

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